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Bist du die Pilotin in deinem Leben?

19. Feb.
3 Min. Lesezeit

Selbst am Steuer: Wie du aus Overload wieder in Selbstführung kommst



Kennst du dieses Gefühl, als würdest du nicht mehr selbst entscheiden – sondern nur noch reagieren?


Overload entsteht selten über Nacht. Er entsteht, wenn zu viel gleichzeitig wirkt:

  • Erwartungen von außen

  • Ansprüche an dich selbst

  • Verantwortung für andere

  • viele Aufgaben, wenig Raum zum Denken

  • ständiges “Ich muss noch…”


Und dann taucht irgendwann eine leise Erkenntnis in dir auf: "Ich funktioniere, aber ich bin innerlich nicht bei mir und im Außen auch nicht wirklich selbstbestimmt."


Wenn du dich in solchen Situationen fremdgesteuert fühlst, ist das ein Signal, ein Hinweis darauf, dass du wieder in Kontakt mit dir kommen musst – und nicht noch schneller werden.


Fremdsteuerung hat meist drei Quellen

1) Äußere AnforderungenMeetings, Termine, Aufgaben, Tempo, Erwartungen – alles drückt gleichzeitig.


2) Innere AntreiberDas sind innere Programme, die dich antreiben, auch wenn es längst zu viel ist. Typisch:

  • „Sei perfekt.“

  • „Mach es allen recht.“

  • „Sei stark.“

  • „Streng dich an.“

  • „Beeil dich.“

Antreiber sind nicht per se schlecht. Sie haben dich weit gebracht.Aber wenn sie das Cockpit übernehmen, verlierst du Autonomie – und damit innere Ruhe.


3) Nervensystem im Daueralarm

Wenn dein System auf Stress läuft, wird dein Denken enger, dein Körper wird unruhiger, du reagierst schneller – und fühlst weniger. Dann bist du nicht „unorganisiert“ sondern überaktiviert. Dieser Zustand braucht zuerst Regulation, nicht nur weitere Planung.


Der Pilot:innen-Moment: Der Weg zurück ins Cockpit

Selbstführung beginnt nicht mit „noch einem besseren Zeitmanagement“.Selbstführung beginnt mit einem inneren Schritt:

Stopp. Wahrnehmen. Entscheiden.

Ich nenne das: Check-in ins Cockpit.


Übung 1: 30 Sekunden Cockpit-Check (so simpel wie wirksam)

Stell dir vor, du sitzt im Cockpit. Du schaust auf deine Instrumente.

  1. Atmung: Wie atmest du gerade? (flach, gepresst, ruhig?)

  2. Körper: Wo ist Spannung? (Kiefer, Nacken, Bauch, Brust?)

  3. Signal: Was ist heute dein stärkstes inneres Signal? (Druck, Müdigkeit, Ärger, Unruhe, Leere?)


Dann: Ein Satz Klarheit.

„Gerade bin ich … und ich brauche …“

Beispiel:„Gerade bin ich angespannt und brauche 10 Minuten Ruhe, bevor ich entscheide.“

Das ist Selbstkontakt. Ohne den steuerst du im Nebel.


Innere Antreiber sichtbar machen

Solange Antreiber unsichtbar sind, halten sie das Steuer.Sobald du sie erkennst, kannst du wieder entscheiden.


Übung 2: Antreiber-Scanner (5 Minuten)

Beantworte ehrlich:

  • Was ist mein häufigster innerer Satz, wenn es stressig wird?

    („Ich muss das schaffen“, „Ich darf niemanden enttäuschen“, „Das muss perfekt sein“…)

  • Was glaube ich, passiert, wenn ich nicht so handle?

    („Dann werde ich kritisiert“, „Dann verliere ich Kontrolle“, „Dann bin ich nicht genug“…)

  • Welche alte Rolle spüre ich dahinter?

    (die Starke, die Zuständige, die Vernünftige, die Schnelle, die Perfekte…)


Jetzt kommt der wichtigste Schritt: der Gegen-Satz (Erlaubnis-Satz).

Beispiele:

  • „Ich erlaube mir Selbstrücksichtnahme.“

  • „Ich darf gut genug liefern und von meinen Perfektionsanspruch langsam herunterkommen.“

  • „Ich muss nicht alles alleine tragen.“

  • „Ich darf Pausen machen, bevor es knallt.“

  • „Ich darf Grenzen setzen, ohne mich zu rechtfertigen.“

Das sind neue Steuerbefehle.


Kurs setzen statt nur Aufgaben abarbeiten

Overload fühlt sich oft so an, als würdest du tausend Dinge erledigen – aber trotzdem nicht vorankommen. Warum? Weil der Kurs fehlt.


Übung 3: Kurs-Klärung (3 Fragen)

  • Was ist heute wirklich wichtig? (max. 2 Punkte)

  • Was ist nur Lärm? (Ablenkung, Perfektionismus, unnötige Schleifen)

  • Was kann warten, ohne dass etwas zerbricht?

Wenn du Kurs setzt, wird dein Tag nicht leer – aber er wird steuerbar.


Wenn-dann-Pläne: Autopilot unterbrechen

Im Stress greifen wir zu alten Mustern. Darum hilft eine einfache Methode, die das Verhalten an einen Auslöser koppelt:


Übung 4: Wenn-dann-Steuerung (2 Beispiele reichen)

  • Wenn ich merke, ich sage reflexartig „Ja“, dann sage ich: „Ich melde mich später.“

  • Wenn ich innerlich Druck spüre, dann mache ich 3 Atemzüge und entscheide erst danach.

  • Wenn ich mich im Kreis denke, dann schreibe ich 1 klare nächste Handlung auf (nur eine!).

Das ist nicht mehr als „Mindset“, das ist Verhaltensteuerung.


Zurück in Kontrolle bedeutet mehr Kontakt zu dir selbst.

Viele versuchen, Overload mit Disziplin zu bekämpfen. Das macht es oft schlimmer.Was wirklich hilft, ist diese Reihenfolge:

  1. Regulieren (Körper runterfahren)

  2. Wahrnehmen (Selbstkontakt herstellen)

  3. Entscheiden (Kurs setzen)

  4. Abgrenzen (nein/ später/ anders)

Du musst nicht perfekt steuern.Du musst nur wieder im Cockpit sitzen.


Abschlussimpuls

Wenn du jetzt ehrlich bist:

Wer sitzt gerade am Steuer – du oder deine Antreiber?

Und was wäre ein kleiner, konkreter Schritt zurück ins Cockpit – heute?


Wenn du willst, unterstütze ich dich dabei. Nicht mit Druck. Mit Klarheit, Struktur und echten Tools, die im Alltag funktionieren.

Kontaktieren kannst du mich unter: hello@gabrielestenitzer.at





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